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Samstag, 15. Dezember 2012

Meine größten Internet-Erfolge 2012

Gestern habe ich auf der Facebook-Seite vom Jägerstüble den 600. Fan begrüßt! 600 Personen die mehr oder weniger regelmäßig meine Nachrichten, Berichte und Bilder lesen, kommentieren und "Gefällt mir" klicken. Heute morgen habe ich mich über viele Komplimente dafür gefreut, am meisten über das von Andreas Pfeifer, einem Marketing-Experten für Gastgeber, dessen Firma sich "Die Heldenhelfer" nennt. Er kommentierte meine Freude mit: "Gut gemacht, Heldin!" Danke Andreas, das hat mir heute Morgen gut getan :-) Von Andreas Pfeifer habe ich übrigens viel gelernt - Danke!
Als twitternde Wirtin vom Jägerstüble habe ich 1178 Follower, dort kommen mittlerweile auch, wie bei Facebook, die Fotos vom Essen am besten an, und mein jaegiblog wurde mittlerweile 16 718 mal aufgerufen. Tolle Zahlen, wie ich finde!
Am meisten Spaß macht mir zur Zeit das bloggen. Es tut mir gut, auf zu schreiben, was im Arbeitsalltag so passiert, wenn ich auch nicht immer alles schreiben kann, was mich bewegt. Da mache ich mir auch schon mal Gedanken, ob das eine oder andere Geschichtlein nicht grenzwertig ist und dann wird es halt weg gelassen - oder doch geschrieben, weil ich dazu stehen kann und weil ich überzeugt bin, dass man nur durch Offenheit in der Kommunikation im Internet auch erfolgreich sein kann. Die Erfolgszahlen bestätigen mich darin!
Denn die besten Zahlen sind die der Internetseite vom Jägerstüble. Die Besucherzahlen haben sich in diesem Jahr mehr als verdreifacht: von durchschnittlich 200 Besucher pro Tag im Januar auf über 600 am Tag im Monat November! Toll! Ich bin stolz auf mich!
Und seit ich mehrmals die Woche im jaegiblog Geschichten veröffentliche, steigen diese Zahlen wöchentlich noch weiter an. Klar, denn "Blogger", das Programm mit dem ich schreibe, ist von Google. Und das jaegiblog ist direkt über unsere Internetseite, in der Kopfzeile, zu erreichen.
Viele unserer Gäste besuchen das Blog auch aus dem Grunde gerne, weil sie sich dort nicht anmelden oder registrieren müssen, sondern gleich loslegen können mit lesen.
Ach ja, und trotz aller virtuellen Erfolge habe ich auch im realen Leben tolle Menschen dieses Jahr kennen gelernt, die ich ohne das Web 2,0 nicht getroffen hätte. Viele Twitter-Follower haben mich hier im Jägerstüble besucht, als sie im Sommer Ausflüge in den Schwarzwald machten und zu uns zum essen kamen. Viele Facebook-Fans kamen dieses Jahr an und bestellten: "Das, was gestern auf dem Foto bei Facebook zu sehen war!" Viele Gäste aus der Umgebung kamen uns besuchen, weil sie im Blog so tolle Geschichten gelesen haben. Bei der Jubiläumsparty von unserem Großhändler lernte ich Menschen kennen, die auf mich zu kamen und mich mit den Worten begrüßt haben: "Hallo Sonja, die berühmte Bloggerin aus dem Jägerstüble in Oberharmersbach!" Und einer von ihnen, er ist Wirt und Koch, sagte zu mir: "Immer wenn ich schlechte Laune habe und alles schief läuft, lese ich eine Geschichte aus deinem Blog und dann geht es mir wieder gut!" Schön!
Aber am schönsten war das Treffen mit der Kurdirektorin Bianca Keybach und Pensionswirtin Silvia Barber mit denen ich seit 3 Jahren über Facebook und Twitter in Kontakt stehe. Wir haben uns, dank Terminvereinbarung über diese Netzwerke, in Oberstaufen an einem herrlichen Tag getroffen, und was soll ich dazu sagen? Es hat gepasst! Es war ein toller Tag! Es war ein tolles Internet-Jahr, das Jahr 2012!


Und liebe Oberharmersbacher Gastgeber und Handwerker, denkt daran, am 21. Januar zeige ich es Euch live, wie es geht! Ich freue mich darauf!

Nachtrag am Samstag Nachmittag, den 15.12.2012: 
Auf diesen Artikel hin hat mir doch gerade eben via twitter die Hotelfachschule Garmisch-Partenkirchen mitgeteilt, dass sie meinen Blog in den Unterricht mit einbinden werden, mit den Worten: "...weil Du das einfach toll machst!" - Große Ehre für www.jaegiblog.com! 

Dienstag, 11. Dezember 2012

Alpirsbacher Klosterbräu

Gestern haben wir unsere Mädels zur Weihnachtsfeier nach Alpirsbach eingeladen. Wir verkaufen seit 15 Jahren "Alpirsbacher Klosterbräu" im Jägerstüble und waren noch nie in der Brauerei. Unsere Gäste, die dort regelmäßig Ausflüge hin machen, kommen immer ganz begeistert zurück. Deshalb mussten wir uns das jetzt auch mal anschauen, damit wir mit reden können und unser Alpirsbacher Vertreter hatte uns eingeladen!
Früh morgens um halb neun hat uns der "Kasper"-Bus am Sonne-Parkplatz im Tal abgeholt und um 9:30 Uhr waren wir schon am Ziel - eine halbe Stunde zu früh! So sind wir noch einen Kaffee trinken gegangen, direkt neben der Brauerei bei "Heinzelmann". Das war die beste Entscheidung, denn was diese Confiserie zu bieten hat ist ja ober genial - unbedingte Empfehlung!
Um 10 Uhr waren wir dann am Eingang zum Kloster Alpirsbach, ein ehemaliges Benediktiner Kloster, dort hatten wir eine Führung gebucht. Das war hochinteressant, eine tolle Sehenswürdigkeit, es war eiskalt und als wir den Kreuzgang besichtigten hat es wahnsinnig geschneit - perfektes Wetter für diese Kulisse.
Anschließend ging es in das schön warme Museum der Klosterkirche und darauf folgte die Brauereibesichtigung. Wir hatten eine lustige Führung, mit vielen Witzen, und hinterher konnten wir alle Biere der Brauerei probieren. Natürlich hatten wir auch richtig Kohldampf und freuten uns über leckere Schweinshaxen mit Kartoffelsalat und Brot. Da schmeckte das Bier natürlich noch mal so gut!
Nach 3 Bieren und 2 Bierschnäpsen ging es mir richtig gut - Ihr müsst nämlich wissen, dass ich nur wenig Alkohol trinke. Vielleicht mal zum Vesper ein kleines Bier oder ein Achtele Rotwein, und wenn Bayern gewinnt, trinke ich bei der Williams-Runde mit, die Martin immer am Stammtisch spendiert, aber ansonsten: NIX Alkohol für Sonja, denn sie verträgt ihn nicht!!!
Um 14 Uhr haben wir uns auf die Heimreise gemacht.
Bei der Raiffeisen in Wolfach haben wir kurz Halt gemacht: 1. weil Martin noch Vogelfutter für seine Vögelein kaufen wollte und 2. weil Zimmermädel Karin und ich noch Durst hatten ;-) Ich habe mir eine halbe Kiste "Kloster-Stoff" geschnappt, kurz im Lager meinen Lieblings-Fahrer Dieter begrüßt und Martin hat sich voll beladen mit "Futter"! Meine Raiffeisen-Freundin Ursel hat uns vom Bürofenster aus gesehen, kam uns begrüßen und meinte, sie findet es lustig, dass wir mit dem Bus zum Vogelfutter kaufen kommen!


Weiter ging es mit unserer Busfahrt! Der "Kloster-Stoff" schmeckte herrlich, die Stimmung war super, und so haben wir beschlossen, noch nicht nach Hause zu fahren! Einkehr beim "Esel-Beck" in Haslach. Was trinken wir? Bier - und Schnaps! Ohje, ich wusste, dass das kein gutes Ende nehmen würde, aber es war urgemütlich und wir haben viel gelacht! S'Engele, ein alter Freund aus unseren "Adler"-Zeiten, haben wir dort auch noch getroffen und wir haben uns köstlich amüsiert.
Irgendwann ging es dann aber wirklich Richtung Heimat - Karin und ich tranken im Bus noch den Rest an "Kloster-Stoff"... Huijuijui! Und dann - Filmriss! Ich weiß wirklich nichts mehr!
David meinte heute morgen schmunzelnd: "Mama, Du warst vielleicht lustig drauf!" Na, da bin ich aber mal froh!
In Zell am großen Parkplatz, wo zwei unserer Mädels ihre Autos parkten, hatte Frank Kasper noch ein Gruppenfoto von uns gemacht - kann mich nicht erinnern, war aber dabei, wie Ihr sehen könnt. Und in Oberharmersbach sind wir bei Kasper-Reisen in den kleinen VW-Bus umgestiegen, damit uns Frank nach Hause fahren konnte, es hatte nämlich den ganzen Tag über heftig geschneit. Weiß auch davon nichts mehr, aber ich war dabei, denn ich bin heute Nacht zu Hause aufgewacht ;-)
Ich bin zu Hause anscheinend gleich ins Bett gefallen, und wisst Ihr was gemein ist? Von der furchtbaren Nacht weiß ich wieder alles! Es ging mir elendig!!!
Mein Auto habe ich heute früh am Sonne-Parkplatz von Bergen von Schnee befreit und wieder gut nach Hause gebracht, nachdem ich mit Nachbar Frieder raus ins Tal fahren konnte.

Übrigens: die erste Live-Rock-Band "Alc 4,9 % Voll" aus Oberharmersbach hatte bei jedem ihrer Auftritte ein Ruhmeslied auf das gute Bier aus Alpirsbach:
"Alpirsbacher Klosterbräu - wir lieben Dich und wir bleiben Dir treu.
Und sind wir mal 70, und können kaum noch laufen,
dann werden wir immer noch Alpi saufen!"



Ich werde so schnell kein "Alpi" mehr anrühren!
Aber schön war's! Ein Zeichen dafür ist immer mein Taschentuchverbrauch, der war gewaltig, denn wenn ich viel lachen muss, laufen mir viele Tränen - furchtbar ist das, aber ich kann es nicht abstellen ;-)












Das sind die Starken, die unter Tränen lachen, eigene Sorgen verbergen und andere glücklich machen. 
Franz Grillparzer

Sonntag, 9. Dezember 2012

Frühstück im Jägerstüble


Die Adventswochenenden sind immer gut ausgebucht. Dieses Wochenende ist das Haus voll mit Saarländer, die die Weihnachtsmärkte in Offenburg, Gengenbach und Zell am Harmersbach abgeklappert haben.
Heute reisen alle wieder ab und dann ist das Jägerstüble bis zum nächsten Wochenende wieder leer. Also heißt das für mich, heute noch mal Frühstück richten:
Um 6 Uhr klingelt der Wecker - o.k. - nach Quälerei packe ich es und stehe um halb sieben auf. Wenn ich in die Gaststube runter komme, werden erst mal alle Türen geöffnet und durch gelüftet. Herrlich frisch heute morgen draußen! Dann geht es in die Küche, Lichter an, Herd an, Wasser für Tee aufstellen, Kaffeepulver abwiegen, Kaffeemaschine starten, Backofen für die Brötchen vorheizen und mit dem Brotkorb steige ich die steile Treppe in den Keller um die Brötchen aus dem Tiefkühler zu holen. Diese werden dann auf Backbleche verteilt, in den Ofen geschoben und 15 Minuten gebacken. Nach 10 Minuten schiebe ich noch ein paar Croissants dazu.
Während die Brötchen knusprig werden richte ich die Marmeladen. 3 Sorten haben wir immer, meist sind das Erdbeere, Aprikose und Kirsche. 2 Sorten Joghurt: Himbeere und Natur, sowie die Butter müssen gerichtet werden, Orangensaft und Milch abgefüllt, und Vollkorn- und Bauernbrot geschnitten werden.
Dann kommt die Aufschnittplatte: verschieden Sorten Wurst und Käse, gekochter Schinken und Schwarzwälder Schinken, hausmacher Blut-, Leber- und Bratwurst, Kalbsleberwurst, Schwarzwälder Frischkäse, ein bisschen Gurke und Tomate, roter Paprika und Petersilie zur Deko - fertig! Ab aufs Buffet damit. Schließlich wird Kaffee und das Teewasser abgefüllt, die Brötchen im Korb verteilt und die Eier im Kombidämpfer gekocht.
Zum Schluss muss ich noch viel frisches Obst schneiden und anrichten, denn Obst essen die Gäste gerne zum Frühstück. Pünktlich um 8 Uhr ist das Frühstücksbuffet fertig und die ersten Saarländer höre ich schon die Holztreppe runter steigen.









Einen schönen Sonntag und ein tolles Frühstück wünsche ich Euch!

Samstag, 8. Dezember 2012

Weihnachtsbäckerei die "Dritte"

Anisplätzchen
2 Backbleche mit Butter bestreichen und mit etwas Mehl bestäuben
150 g gesiebten Puderzucker mit 2 Eiern, einer Prise Salz und dem Mark einer frischen Vanilleschote mit dem Rührgerät im Wasserbad bei mittlerer Hitze schaumig rühren. Die Masse aus dem Wasserbad nehmen, kalt rühren und 150 g gesiebtes Mehl mit einem Teelöffel gemahlenem Anis unter die Schaummasse  heben.
Den Teig in einen Spritzbeutel mit Lochtülle füllen und auf die Backbleche etwa münzgroße Plätzchen spritzen. Die Plätzchen 12 Stunden bei Raumtemperatur trocknen lassen.


Den Backofen auf 125 C Umluft vorheizen und die Anisplätzchen 20 bis 30 Minuten backen. Sie sind fertig, wenn die Unterseite sich leicht zu bräunen beginnt, die Häubchen aber noch fast weiß sind. Abkühlen lassen - fertig! Die Anisplätzchen sind frisch sehr knusprig. Wer sie weicher möchte sollte sie kühl etwa 2 - 3 Wochen lagern.

Freitag, 7. Dezember 2012

Schneetreiben im Holdersbachtal

Seit einer Stunde schneit es! Heute Vormittag war die Straße im Holdersbachtal schneefrei aber spiegelglatt und jetzt dazu der Neuschnee - schöne Rutschpartie! Aber unser Peter von der ProHoGa ist zäh und fährt halt bei jedem Wetter zum Jägerstüble! Allerdings bekam er jetzt Muffesausen, denn hoch fahren ist ja nicht so schlimm, viel gefährlicher wird das Tal abwärts fahren! Und schlecht parken, um die Lieferung abzuladen, ist bei diesen Wetterverhältnissen auch. Normalerweise fährt er immer auf den großen Parkplatz unterm Haus, aber bei Schnee und Eis ist das nicht möglich, da käme er ja nicht wieder hoch auf die Straße. So hat er mitten in der Straße gehalten und wir luden schnell ab, damit die Autofahrer wieder durch fahren konnten!
Vor 2 Jahren stand er mal bei Eisglatter Fahrbahn genauso auf der Straße vor der Garage des Jägerstüble. Martin und er luden die Ware ab als plötzlich der LKW talabwärts rutschte. Peter rannte schnell hinterher, sprang in seinen Lastwagen, der mit einem Vorderrad schon in Nachbars Garten hing, und brachte ihn gerade noch rechtzeitig zum stehen, bevor er ganz im Garten gelandet wäre. Wahrscheinlich hätte es ihn sogar überschlagen, denn dort geht es richtig den Hang hinunter!
Aber da ja das eine Vorderrad schon über der Gartenmauer, Richtung Abgrund, hing, kam Peter da nicht mehr rückwärts raus. Die Straße war blockiert! Uns blieb nichts anderes übrig, als den "Hinterbauer" mit seinem großen Traktor zu rufen. Der "Hinterbauer" ist der größte Waldbauer von Oberharmersbach und besitzt für seine Waldarbeit natürlich auch die richtigen Geräte! Mit der Zange des Traktros hatte er Peters Führerhaus geschnappt und aus dem Garten gehoben - ohne weiteren Schaden! Peter war glücklich und ProHoGa hatte es 2 Stangen Fleischwurst gekostet, die der "Hinterbauer" für seinen Dienst bekommen hat (er isst gerne Wurstsalat!)


Als Peter heute nach dem Abladen noch schnell einen Espresso in der Küche getrunken hat, habe ich ihm angeboten, dass ich bei solch Wetterverhältnissen gerne mit meinem Subaru vor zur Hauptstraße gefahren komme. Das machen der Metzger und der Gemüsehändler nämlich auch immer: hat es Schnee und Eis, rufen sie mich an, ich fahre nach unten, wir laden die Ware um (man glaubt gar nicht, wie viel in so einen kleinen Justy passt!) und ich düse mit meinem kleinen Allrad-Auto wieder den Berg hoch - immer ohne Probleme! Macht sogar richtig Spaß! Am meisten bei viel Neuschnee auf der Straße - Wie jetzt gerade eben: Freitag-Nachmittag um 14 Uhr! 
In diesem Sinne, einen schönen Winter Euch allen!

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Weihnachtsbäckerei die "Zweite"

Hildabretli
400 g Mehl auf die Arbeitsfläche sieben und in die Mitte eine Mulde drücken,
100 g Zucker, ein Zitronenschalen-Aroma und das ausgekratzte Mark einer frischen Vanilleschote in die Mulde geben,
in den Zucker wiederum eine Mulde drücken und 3 Eigelbe dazu geben, mit einer Gabel das Eigelb mit dem Zucker und der Vanille verrühren,
50 g Haselnüsse auf das Mehl geben,
200 g kalte Butter in Flöckchen auf dem Mehl verteilen und alle Zutaten schnell zu einem Mürbeteig verkneten.
2 Stunden abgedeckt im Kühlschrank kühlen.
Backofen auf 160° C vorheizen und den Teig auf bemehlter Arbeitsfläche ausrollen. Plätzchen und Ringe in gleicher Anzahl ausstechen (ich nehme immer Sterne, Erinnerung an meine Oma, die immer "Hilda-Sterne" machte!) auf ein gefettetes Backblech legen und ca. 10 Minuten backen bis sie goldgelb sind.


Nach Abkühlung die Plätzchen mit einer 1/2 Tasse Erdbeermarmelade, die mit dem Saft einer Zitrone gemischt wurde, bestreichen und die Ringe darauf kleben. Noch mit Puderzucker bestäuben - fertig!

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Der FCB-Hasser und der Postbote

Seit vielen Jahren schon kommt alle paar Wochen ein Farben-Vertreter zu uns Mittag essen, wenn er in der Gegend zu tun hat. Er ist ein netter älterer Herr der gerne Sprüche klopft und alle Leute schnell in Gespräche verwickelt. Er ist sehr intelligent aber er mag den FC-Bayern gar nicht und sagt das auch immer ziemlich unverblümt Martin ins Gesicht. Sogar bevor er sein Essen bekommt - mutig!
Ich finde es immer lustig, wenn er kommt - Martin gar nicht ;-)
Als er heute Mittag herein schaut, fragt er mich gleich, wie der Urlaub war. Er war bei seinem letzten Besuch nämlich ganz begeistert als ich ihm erzählte, dass ich ins Allgäu zum wandern fahre und nicht, mit seinen Worten gesagt, auf die Malediven fliege. Er selbst hält sich mit wandern fit! Ich erzähle ihm nun kurz von meinen tollen Wanderungen und dem schönen Wetter. Da meint er doch glatt: "Und erholt hast Du Dich auch gut, weil Du Dir kein Bayern-Geschwafel anhören musstest!" Lach!!!
Dann bringe ich ihm seinen Tee mit viel frischer Zitrone an den Tisch, den er immer trinkt, egal ob Sommer oder Winter. Der nächste Spruch folgt sogleich: "Du siehst auch richtig gut aus! Kein Wunder, war ja keiner um Dich rum der Dich voll qualmt!" (Er ist extremer Nichtraucher!) Ohje, er ist immer sehr direkt!!!
In dem Moment kommt der Postbote zur Tür rein - der lästert auch immer gegen den FCB - und ruft in die Küche: "Martin, gegen wen spielen die Bayern denn heute Abend?" Martin kommt aus seiner Höhle raus und schaut den Postboten an: "Ähm...!" Da ruft der Bayern-Hasser von seinem Tisch herüber: "Gegen die sie letztes Mal verloren haben!" Der Briefträger lacht aber nur und meint: "Ah klar, dass er dann nichts mehr weiß. Aber ich sag jetzt nix mehr!" Denn Martin hat sein größtes Messer in der Hand und zieht es gerade am Stahl ab damit es scharf genug ist - für seine weiteren Tätigkeiten ;-)
Der Postbote bekommt von mir einen Kaffee, Martin weigert sich ihm eine Tasse zu machen, dann schmunzelt der Briefträger in Richtung Küche, in die Martin wieder verschwunden ist und der Bayern-Hasser bekommt sein Rührei mit Speck. Beide unterhalten sich über die Tische hinweg über Fußball und verstehen sich prächtig. Und ich setzte mich schnell an meinen Schreibtisch um das gleich aufzuschreiben!