Aus dem Leben einer Wirtin

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Dienstag, 19. Juli 2016

Einkaufen rund um die Uhr

Seit die "Sonne" nicht mehr bewohnt ist, das ist jetzt im 4. Jahr, wildert das Gelände im Obertal an der Hauptstraße zu. Mich stört das nicht, Natur pur und die Tiere freuen sich. Aber unser Wegweiser wächst genauso zu und man kann so gut wie nichts mehr vom Hinweisschild "Jägerstüble" erkennen...



So hab ich mich letzte Woche mit meinem Freischneider auf den Weg gemacht um den "Sonnen-Urwald" einzudämmen...




Dabei ist mir etwas tolles aufgefallen - beim "Kornbauernhof" im Obertal von Oberharmersbach (das Obertal zu erwähnen ist wichtig, denn wir haben auch noch einen "Kornbauer" im Hagenbach) kann man seit neuestem rund um die Uhr einkaufen...




Ich packte meinen Freischneider ins Auto und hab mir das mal aus der Nähe angeschaut...



Es gibt frische Bio-Milch, Honig, Nudeln, Käse, Fleisch und was der Hof sonst noch alles hergibt. Da hatte der "Kornbauer" und seine "Kornbäuerin" eine tolle Idee, die eigenen Hofprodukte zu vermarkten.
Ich postete die Fotos auf den Facebookseiten "Oberharmersbach - ein Schwarzwalddorf" und "Gasthaus und Pension Jägerstüble" und erhielt eine Reichweite von über 6 000 Personen!
Daran merkt man, wie gut "Bio & Regional" ankommen.
Klasse Idee, finde ich!


Dienstag, 12. Juli 2016

Hademar-Naturerlebnispfad

Letzten Montag hatte ich eigentlich eine große Wandertour vom Jägerstüble zum Glaswaldsee geplant, doch das Wochenende im "Jägi" war so heftig, mit diesen langen Sommer-Terrassenwegen, dass ich mir am Montag keine 16 Kilometer Wanderung antun wollte.
Das Wetter war herrlich, so schnappte ich mir mein Rad, fuhr zum Schwimmbad um nach der dortigen Abkühlung im Posthörnle gegenüber Mittag zu essen.

Ausblick von der Terrasse beim Posthörnle


Anschließend radelte ich ins Dorf, parkte bei der Tourist-Info und zog doch noch meine Wanderschuhe an, denn ich wollte den "Hademarpfad" marschieren.
Die Idee zu diesem herrlichen Naturerlebnispfad hatte vor vielen Jahren unser damaliger Tourismuschef Thomas Theiss und setzte sie zusammen mit den Bauhofarbeitern der Gemeinde Oberharmersbach um.



Der ca. 2 Kilometer lange Natur-Erlebnispfad startet an der Tourist-Info bei der Reichstalhalle, dort gibt es auch genug Parkmöglichkeiten und erste Informationen rund um "Hademar".

Die Hauptstraße muss überquert werden, dann führt "Hademar" den Weg...




Schon bei der ersten Station wird die Wasserkraft erklärt und es ist Handarbeit angesagt: kräftig Wasser pumpen...




...damit das Wasserrad die beiden Holzhammer am anderen Ende antreiben kann.




Weiter geht es durch den schattigen Wald am Bach entlang, dann rechts die "Katzenhalde" hoch - immer der ausgezeichneten Beschilderung nach...



An jeder der 20 Erlebnisstationen erläutern übersichtliche Hinweistafeln mit kurzen, leicht verständlichen Texten Interessantes aus der Tier- und Pflanzenwelt...





...und selbst der erwachsene Mensch findet tolle Möglichkeiten, sich wieder einmal an die Wunder der Natur zu erinnern.

Zum Beispiel beim "Vogelnest", das mit Rieseneier aus Holz gefüllt ist...



...und ich an einem großen Rad drehen darf, um  die Vogelstimmen des Waldes hören zu können




Den Mittelpunkt des Hademar-Pfades bildet die "Naturschule" mit dem Klassenzimmer mitten im Schatten des Waldes...





...im überdimensionalen Schulbuch kann ich komplizierte Zusammenhänge rund um die Natur nachlesen...



...und nachdem ich das tolle Buch wieder zugeklappt hatte, fühlte ich mich wirklich wie in den Biologieunterricht zu meiner Schulzeit versetzt.




Nach so viel "Lernen" mach ich mich auf die "Pirsch"...





...im Wald sind die heimischen Tiere versteckt und ich soll sie alle finden. Unter anderem hilft mir ein Baumfernrohr dabei auch wirklich alle Waldtiere zu entdecken...





Die Spinne darf natürlich nicht fehlen und hat es mir besonders angetan...




...in den Bauch der Spinne kommt eine Kugel und die soll man mit der Hilfe des Drahtseiles, mit dem man die Spinne bewegt, in den Löchern versenken. Leider waren keine Kugeln mehr vorhanden - Schade!


Besonders gefallen hat mir, dass auch der Humor nicht zu kurz kommt...








Im "Haus Nr. 1" brennt Licht. Dort wohnt Hademar. Er hat eingeladen, mich in seinen Wohnturm zu legen...



...um den Himmel zu bestaunen - das war etwas ganz besonderes, herrlich!







Nachdem ich die "Himmelsfiguren" der Natur betrachtet hatte, machte ich mich wieder auf den Marsch und kam ans "Baumtelefon". Faszinierend, was man mit so einem langen Baumstamm alles machen kann...




Vorbei am "Hochsitz" und "Dachsbau", wo man sich wie ein Dachs unter der Erde durch wühlen kann (allerdings geht das wirklich nur für die "Kleinen"), erreichte ich den - wie ich meine - schönsten Platz: die "Panoramaliege" mit herrlichem Blick auf Oberharmersbach. 
Leider ist nicht mehr viel mit Panorama, da der wachsende Wald so langsam die Sicht verhindert - noch mal Schade!





Beim "Summstein" steckte ich meinen Kopf in eine große Aushöhlung und dann fing ich an zu summen und zu brummen und war fasziniert von der veränderten Akustik meiner Stimme...




...und beim Baumquiz wurde es richtig spannend: erkenne ich alle Holzarten?




Verlaufen kann man sich nicht! Wenn keine Schilder mehr den Weg gewiesen haben, folgte ich einfach den Fußspuren Hademars...



Vorbei am "Kletterseil" und an der "alten" Baumscheibe ist man schon wieder im Tal unten und dort besichtige ich den "Biberbau"...




Wie schaut des Bibers Kunstwerk wohl von innen aus?



Da steht auch wieder "Hademar". Hademar ist von Beruf Postbote und wenn man sein Hademar-Diplom gemacht hat oder eine "Hademar-Postkarte" versenden will, einfach in seine Brieftasche stecken. 




Die Postkarte und das Diplom gibt es übrigens beim Startpunkt!

Über den "staubfreien Weg" gehe ich am "Insektenhotel" vorbei zurück zur Reichstalhalle...



Gut 2 Stunden habe ich gebraucht um alle Stationen zu erkunden. Der Weg ist nicht nur für Kinder toll, sondern auch Erwachsene können lernen, wieder mit offenen Augen durch die Natur zu gehen - es lohnt sich!
Danke Hademar! 


Die Natur braucht sich nicht anstrengen, bedeutend zu sein. Sie ist es.
Robert Walser

Donnerstag, 7. Juli 2016

Rezept Hühnchentopf

Tagesessen am Mittwoch im Jägerstüble: Hühnchentopf!
Das Foto des fertig gekochten Gerichtes sorgte in den Sozialen Netzwerken für Begeisterung, und ein ehemaliger Radiomoderator vom Schwarzwaldradio, der Fabian, der zur Zeit in Berlin lebt, hat mich um das Rezept gebeten.
Martin hat aber kein Rezept dazu, sondern kocht manche Gerichte auch einfach mal "frei Schnauze". Deshalb gibt es keine genauen Mengenangaben. Fabian, wenn Du gerne kochst, wird es auch so was werden:





2 Hähnchenschenkel mit Salz, Pfeffer und Paprika würzen, 
in Kasserolle scharf anbraten, 
2 Kartoffeln schälen und längs Sechsteln, 
Kirschtomaten halbieren, 
Zwiebeln und Fenchel in grobe Streifen schneiden, 
2 Knoblauchzehen schälen und alles zusammen in den Topf mit den Hähnchenschenkel geben. 
Mit Hühnerbrühe oder Gemüsebrühe ablöschen und bei 180 Grad im Backofen ca. 20 Minuten schmoren lassen.
Eine Zucchini in dicke Stifte schneiden und über die Hähnchen und Kartoffel legen, das Ganze nochmal 5 Minuten schmoren lassen...fertig!

  










Guten Appetit, Fabian ;-)!

Dienstag, 28. Juni 2016

Haghof - wunderschöner Flecken Erde

Sabine, die quirlige Hofbäuerin vom Haghof in Seelbach, hat schon lange den Wunsch einen eigenen Blog zu schreiben. Sie hatte mich auf dem Vortrag zu Social Media beim Landratsamt in Offenburg gehört und fragte mich, ob ich ihr behilflich sein könnte, einen Blog einzurichten. Gestern hatten wir nun ein "Rendevouz" auf dem Haghof und ich bin immer noch begeistert...

...schon die Fahrt dahin war ein Genuss. Von Biberach her kommend in Richtung Lahr biegt man oben auf der Höhe des Schönberges links ab auf die "Alte Landstraße".

Blick zur Burgruine Geroldseck


Kleine Hofkapelle

Ein Bauerngarten, so schön, dass er mir fast den Atem nahm.


Kurz vor dem kleinen Ort Seelbach muss ich links abbiegen, steil den Berg hoch, dafür mit herrlicher Aussicht auf Reichenbach bei Lahr...


Blick auf Reichenbach in Richtung Lahr


...liegt ganz am Ende der Berganfahrt der "Haghof" mit seinen 5 Ferienwohnungen.

Blick vom Haghof auf die Burgruine Geroldseck


Mit Sabine erstellte ich den "Haghofblog", den sie bald mit Geschichten rund um das Hofleben bestücken wird. Anschließend zeigte sie mir noch die tollen Ferienwohnungen, die alle diesen einmaligen Blick auf den Schönberg mit Geroldseck haben.
Im Herbst werde ich Sabine noch einmal besuchen, denn wir haben noch einiges gefunden, was sich in ihrer Internetaktivität verbessern lässt. Ich freue mich jetzt schon darauf, denn so schöne Flecken in der Ortenau besuche ich sehr gerne - wunderschön hast Du es, Sabine!

Haghofbäuerin Sabine hat ein grünes Händchen...

...und macht aus allem ein Kunstwerk der Natur.


Die Natur offenbart sich hier in ihrer ganzen Größe. Augen und Gedanken schwelgen. Der Dichter kann es besingen, der Maler in reichen Bildern darstellen, aber den Duft der Wirklichkeit, der dem Betrachter auf ewig in die Sinne dringt und darin bleibt, können sie nicht wiedergeben.

Hans Christian Andersen

Mittwoch, 15. Juni 2016

Leistungsschau

Am Sonntag, den 05. Juni 2016 veranstaltete der Wirtschaftskreis Oberharmersbach, kurz WKO, seine 2. Leistungsschau im Dorf. Fast alle Betriebe im Ort aus verschiedenen Fachbereichen nutzten diese Möglichkeit um Werbung für ihr Unternehmen zu machen. Die erste Ausstellung dieser Art fand vor 4 Jahren statt, an der das "Jägi" nicht teil genommen hat, weil wir die Gaststube am Sonntag nicht schließen wollten und keine Leute hatten, die einen Werbestand bei der Schau betreuen hätten können.
Doch dieses Jahr wollten wir einen Versuch starten! Dank der Wirtinnenfreunde aus dem Kreise der Bürgerliste und Dank dem Einsatz unseres Sohnes und einer Freundin bestellten wir einen kleinen Stand auf dem Schulhof. Wir bestückten diesen Stand mit Prospekten, Visitenkarten, Speisekarten und tollen Plakaten mit Fotos vom Hause...



...sorgten mit unserer grunzenden "Wildsau" bei den Besuchern für Begeisterung...



...kneteten, formten und backten am Samstag 201 Hamburgerbrötchen...





...und standen am Sonntagvormittag zu Dritt in der Küche um die Brötchen mit frisch gegrillten Rinderhacksteaks, Speck, Zwiebeln, Tomaten und selbstgemachtem Ketchup zu belegen.



Meine "Werbefachfrauen und -Männer" brauchten diese dann nur noch eine Minute in die Mikrowelle zu schieben und verteilten sie mit tollen Gesprächen über das Jägerstüble an die zahlreichen Besucher des "Jägi-Standes".

Und nun das Fazit: für unser Haus war es eine tolle Aktion! Nachmittags um Vier waren alle 201 Mini-Burger weg, viele Mittags- und Abendgäste kamen auf Anregung durch den Stand zu uns ins Holderbachtal zum Essen ("...die leckere Vorspeise von Euch haben wir schon im Dorf genossen!"), die ganze Woche kommen immer wieder Anrufe und auch Gäste vorbei, die durch den "Jägi-Stand" auf unser Haus aufmerksam wurden und.....

....meinen Freunden hat es richtig Spaß gemacht. Sie werden in 4 Jahren wieder dabei sein, so die einhellige Meinung, und wir werden doppelt so viele Burger machen müssen!


Ein ganz großes Dankeschön von Herzen an das Stand-Team! Ohne Euch hätte es nicht funktioniert! Es ist schön, Euch als Freunde zu haben!



"Ein wahrer Freund trägt mehr zu unserem Glück bei, als tausend Feinde zu unserem Unglück."
Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach

Sonntag, 29. Mai 2016

Menü für den Förster

Zwei mal im Jahr lassen sich 4 ehemalige Forstamtskollegen- und Kolleginnen von Martin bekochen. Er bereitet ihnen ein kleines aber feines Menü vor, das ein paar Wochen vorher mit dem ehemaligen "Ober-Förster" abgesprochen wird.

Vergangenen Dienstag gab es zur Vorspeise....

...panierter Spargel mit Limetten-Knoblauch-Aioli und in Olivenöl gebratenes Maisbrot


Der Hauptgang war etwas ganz Besonderes: Kalbszunge einmal anders zubereitet...

...auf der Gridleplatte angebraten, dazu eine Vinaigrette und  würzig gefüllte Kartoffeln aus dem Ofen.

Rezept (aus dem "Tim Mälzer Kochbuch")


Panierter weißer Spargel mit Limetten-Aioli:

1 kg weißer Spargel schälen, die holzigen Enden abschneiden, in 3 Liter kochendes Wasser geben, 1 Esslöffel Zucker und 2 Esslöffel Salz dazu geben und 4 Minuten blanschieren. Den Spargel aus den Sud nehmen, abtropfen und abkühlen lassen. Den Fond beiseite stellen.

2 Eier aufschlagen und leicht verquirlen. Den Spargel mit den Eiern und Semmelbrösel panieren und in heißem Öl 3 - 4 Minuten goldbraun backen.

2 Knoblauchzehen schälen und mit einer Prise Salz zerstoßen. Mit einem Eigelb, einem Teelöffel scharfem Senf, dem Saft von einer Limette und dem Abrieb der Schale, mit 2 Esslöffel Spargelfond und Pfeffer mischen. 200 ml Olivenöl tröpfchenweise in die Paste einrühren bis eine glatte Soße entsteht. 3 Esslöffel geschlagene Sahne unterrühren und mit dem gebackenen Spargel servieren.


Gegrillte Kalbszunge mit Vinaigrette

Eine Zwiebel mit Schale quer halbieren, mit einem Lorbeerblatt und 3 Nelken spicken und in einem Topf mit 3 Liter Salzwasser aufkochen. 2 kleine Kalbszungen (ca. 1,2 kg) dazu geben und eine Stunde bei geringer Hitze köcheln lassen. Herausnehmen, mit Eiswasser abschrecken und die Haut abziehen.

Je 150 Gramm Möhren und Sellerie schälen, 100 Gramm Lauch putzen und dann in sehr feine Würfel schneiden. Das Gemüse in kochendem Salzwasser 2 bis 3 Minuten blanchieren, durch einen Sieb gießen, kalt abschrecken und abtropfen lassen. Die Gemüsewürfel mit 3 Esslöffel Olivenöl, dem Saft von einer Zitrone, Salz, Pfeffer und Zucker mischen, 1 Esslöffel gehackter Kerbel zugeben und verrühren. Statt Kerbel passt auch gut frische Petersilie.

Die Kalbszunge in fingerdicke Scheiben schneiden und in einer Pfanne mit Olivenöl von beiden Seiten 3 - 4 Minuten kräftig anbraten. Mit der Vinaigrette servieren.


Gefüllte Kartoffel aus dem Ofen

16 mittelgroße vorgekochte Kartoffel schälen und mit dem Kugelausstecher aushöhlen. 100 Gramm Greyerzer und 100 Gramm Bergkäse mit eine groben Reibe raspeln und mischen.

Die ausgehölten Kartoffel mit dem Käse füllen, je ein Lorbeerblatt darüber legen und mit je einer dünnen Scheibe Speck oder Bacon umwickeln. Martin hat den amerikanischen Bacon genommen, da er etwas milder als der Schwarzwälder Speck ist und man so den Käse besser heraus schmeckt. In eine Auflaufform setzen, mit wenig Salz und Pfeffer würzen und 200 ml Brühe angießen.

Im vorgheizten Ofen auf 200 °C (Umluft 180 °C) 20 bis 25 Minuten backen.


Die Kartoffel sind so lecker, dass man sie auch Solo essen kann!

Gued war's!


www.tim-maelzer.de


Fotos: Meine!