Aus dem Leben einer Wirtin

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Samstag, 12. Januar 2013

Bioenergiedorf Oberharmersbach

Meine Gedanken zur "Nahwärme" Oberharmersbach:
Laut Machbarkeitsstudie vom 28.09.2011 wird das Projekt "Nahwärme" 12 Millionen Euro kosten.
Wer garantiert, dass es bei diesen 12 Millionen bleibt? Siehe S21, Elbphilharmonie und Berliner Großflughafen!
Für mich ist das eine ganz einfache Rechnung:
(Zuschüsse lasse ich außen vor, denn 1. bezahlt die immer der Steuerzahler und 2. bekomme ich die auch, wenn ich mir privat eine neue ökologische Heizungsanlage baue.) Wenn 400 Häuser anschließen, was ja der günstigste Fall wäre, dann sind das, bei  12 Mio., pro Haus 30 000 Euro - plus Zinsen bei 20 Jahren Laufzeit. Egal, wer nun das Geld aufbringt - Genossenschaft, Banken, Hauseigentümer usw. - diese Investition muss bezahlt werden!
Baut sich jedes dieser Häuser seine eigene Heizung wird das höchstens ein Drittel von 30 000 Euro für diesen Hausbesitzer kosten. Die Heizung läuft mindestens 20 Jahre, ich bekomme obige erwähnten Zuschüsse und ich kann heizen mit was ich will, wann ich will und wie viel ich will. Das heißt, ich bin UNABHÄNGIG!!!
Das Jägerstüble ist auch an Nahwärme angeschlossen. Wir bekommen die Wärme von der Hackschnitzelheizung vom Nachbar Schwabenlenz. Unsere 15 Jahre alte Ölzentralheizung springt bei Störungen sofort ein, wir haben in der Gaststube unseren Kachelofen und bezahlen bis jetzt die Hälfte des kWh-Preises, den ich von anderen Bioenergiedörfern mit "Nahwärmeversorgung" weiß! Der Schwabenlenz bezieht die Hackschnitzel komplett aus seinem eigenen Wald, muss nichts dazu kaufen und wir schonen unseren Ölofen, der damit eine längere Haltbarkeit haben wird. Wir haben nicht viel weniger Heizkosten, als vorher mit Öl, aber wir sind umweltfreundlicher. Und die Leitung bis zu uns hat nur 3 % Wärmeverlust!!! 
So könnte man doch auch Bioenergiedorf werden: lauter kleinere Anlagen, die mit heimischem Holz betrieben werden.
So wie es mit dem Paulimühlenhof im Dorf geschieht, so wie es die Fa. Rombach im Obertal vor hat, so wie es bei uns hier ist und wie es noch ein paar kleinere gemeinschaftliche Anlagen im Ort gibt.
Vor allem hätten wir kein Standortproblem und das allerwichtigste - wir alle wären weiterhin autark!
Es wird von Gemeindeseite und Befürwortern der "Nahwärme" immer wieder die Wertschöpfung und Bürgergemeinschaft aufgedeutet. Gemeinschaft ist immer gut, ich bin die Letzte, die gegen gemeinschaftliches Leben ist, im Gegenteil - nur in Gemeinschaft lässt es sich gut leben! Aber es muss eine solidarische Gemeinschaft sein - und keine Gemeinschaft, die abhängig macht! Gibt es Schwierigkeiten in Abhängigkeiten ist - auf deutsch gesagt - immer der Kleine der Depp! Wir werden aktuell von unseren Politikern sowieso immer mehr von viel zu vielem abhängig gemacht.
Vor einem Jahr wurden wir Holdersbacher von Gemeindeseite gebeten, das Holdersbachtal in gemeinschaftlicher Eigeninitiative an das öffentliche Abwasserkanalnetz anzuschließen. Wir hätten einen Zuschuss erhalten, den gewaltigen Rest an Kosten und Arbeit auf die Anwohner verteilen und anschließend die gleichen Abwassergebühren bezahlen sollen, wie die Bewohner im Ort. Die Kostenliste für dieses Projekt führte sogar noch gewaltige, von mir sofort widerlegte, Rechenfehler auf! Wir Holdersbacher haben uns gemeinschaftlich gegen dieses Projekt entschieden! Wir werden nur an die öffentliche Kanalisation anschließen, wenn die Gemeinde den Kanal baut! So wird wohl jedes Haus für sich selbst eine Kläranlage bauen müssen aber autark bleiben!
Einer unserer ältesten und weisesten Nachbarn hatte damals gesagt: "Wasser ist kostbar, und Wasser wird in Zukunft Luxus sein! Wir Holdersbacher haben den Luxus eigene und gute Wasserquellen zu besitzen, mit denen wir umgehen können wie wir wollen - und das darf uns "VIELLEICHT" im Jahr auch mehr kosten!"
Nach genauen Berechnungen unsererseits wird es aber in 20 Jahren nicht mehr kosten, sondern weniger, und wir bleiben unabhängig!

Wasser, Strom, Heizung UND demokratische Freiheit - in naher Zukunft, oder eigentlich heute schon, Luxus! Wenn ich dann noch den Luxus habe, über diese Güter verfügen zu können, wie ich will, dann darf mich dieser Luxus auch "vielleicht" mehr kosten!

Donnerstag, 10. Januar 2013

Warme Stube

Heute Morgen ist ein kleines bisschen Winter in das Holdersbachtal zurückgekehrt. In der Nacht hatte es ganz leicht geschneit und als ich kurz vor halb Sieben David an Bahnhof gefahren habe, musste man stellenweise mit glatter Straße rechnen. Vor allem auf den Brücken am Holdersbach sind immer gefährliche Stellen.
So habe ich als erste Arbeit heute Morgen die Holzkiste unter der Ofenbank aufgefüllt und wieder den Kachelofen im Jägerstüble angefeuert, damit es schön warm wird - oder vielleicht sogar heiß? Denn er gibt schon eine Bullenhitze ab und wenn dann noch ein paar Gäste in der niederen Stube sitzen ist es manchmal sogar schon zu warm. Aber den weiblichen Gästen gefällt das meistens und die reisen sich auch förmlich um die Plätze am Kachelofen.
In diesem Moment fängt es auch wieder an: Schneeregen, und richtig Tag scheint es heute auch nicht zu werden. Also gut, wenn es drinnen schön gemütlich ist!





Dienstag, 8. Januar 2013

Großreinemachen

Jetzt war es endlich mal wieder 2 Tage trocken hier im Holdersbachtal und ich konnte meiner Dienstag-Vormittag-Tätigkeit nachgehen: ums Haus herum für Ordnung sorgen.
Zuerst habe ich die Weihnachtsdeko versorgt und dann Berge von Straßendreck, Streugut und Vogelfutter zusammen gefegt. Aber am schlimmsten ist der Silvester-Müll. Am 01. Januar habe ich immer nur Zeit für das Gröbste. Heute bin ich dann gründlicher ran gegangen. Im Garten habe ich einen ganzen Eimer voll verschossener Böller eingesammelt. Die Herren im Hause lassen es halt immer gerne knallen! Aber jetzt ist alles wieder Pikobello und der nächste Schnee kann von mir aus kommen ;-)

Samstag, 5. Januar 2013

Das Märchen von den "Drei-König-Singer"

Es war einmal ein Gasthaus in einem lieblichen Seitental im Schwarzwald, das Jägerstüble.
Jedes Jahr, um den 6. Januar, kehrten dort ein paar Männer der ehemaligen Alten-Herren-Mannschaft des SVO ein, um sich bei gutem Schnitzel und viel Bier von ihrem Wander-Wochenende auf der "Hark" zu stärken, bevor es wieder nach Hause zu Weib und Kinder ging. Die Wirtin vom Jägerstüble musste immer viel Bier im Hause haben und konnte an diesem Tage immer ihre Meisterleistungen im "Bier zapfen" unter Beweis stellen. Die "Alten Herren" waren ein lustiges Völkchen, schäckerten mit der Wirtin, sangen alte Lieder und erzählten tolle Witze - so machte der Wirtin ihr hartes Leben Spaß! Viele Jahre zuvor hatte sie diese Männer die "Drei-Königs-Singer" getauft und so freute sie sich in jedem neuen Jahr auf die Wandersmänner.
Anno 2013, am 05. Januar trudelten diese Herren wieder in ihrem Jägerstüble ein und alle freuten sich sogleich über den kleinen Weihnachtsbaum, der am kleinen Fensterlein stand: "Isch des aber ä scheener Chrischtbaum!". Die Wirtin wunderte sich sehr, dass Männer ihre Weihnachtsdekoration bewunderten - das war nicht alltäglich! Schnell begann sie kleine Biergläser mit goldenem Hopfennektar zu füllen, löschte damit den Männern ihr erster Durst, bestellte beim Koch die gewünschten Schnitzel für die Mannschaft und musste sich sogleich um die nächste Runde Biere kümmern. Zwischen den Geschichtchen und Witzen der Männer kam aber immer wieder dieser Spruch: "Isch des aber ä scheener Chrischtbaum!"
Als die Schnitzel verdrückt waren deuteten die Burschen wieder auf den kleinen Weihnachtsbaum mit dem selben Satz: "Isch des aber ä scheener Chrischtbaum!"
Irgendwann wurde es der geduldigen Wirtin zu bunt und sie fragte einfach, warum die Männer heute denn ihren Christbaum so schön fanden. Worauf einer ihr erklärte, dass es im Allgäu und in Teilen von Schwaben Brauch sei, in der Weihnachtszeit seine Nachbarn zu besuchen und deren Christbaum zu "loben". Dafür erhält man dann einen Schnaps. Und diesen Brauch hätten besagte "Alte Herren" am vorigen Abend auf der "Hark" ausprobiert und doch wirklich jedes Mal einen Schnaps vom Wirt erhalten. Und natürlich erfolgte nach diesem Berichte auch gleich in einstimmigem Chor ein: "Isch des aber ä scheener Chrischtbaum!"
Die Wirtin wollte natürlich dem Harkbauer in nichts nachstehen und schenkte eine Runde besten Williams Christ für die Männer ein, die ihn dankbar annahmen.
Als sie sich Stunden später den Rucksack umschnallten und sich auf den Heimweg machten, musste einer von ihnen noch einmal der Wirtin ihr "Christbaum loben", welche daraufhin sich das Bäumchen schnappte, es dem netten Herrn in die Arme drückte und sagte: " Nimm's halt mit, wenn's d'r so g'fallt!". Der Wandersmann, den Baum unterm Arm, verließ unter lautem Gelächter der anderen Gäste das Wirtshaus und die restlichen hübschen Kerle trotteten hinterher Tal abwärts.

Und, wie jedes Jahr, wenn die Burschen das Holdersbachtal hinaus wankten, kehrten sie auf halber Strecke noch bei "Gerhard" ein, einem Ex-Kicker-Kameraden. Dort wollten sie dieses Jahr seiner holden Frau einen Weihnachtsbaum überreichen, meinten sie! Das freute die Wirtin sehr, denn Gerhard würde ihr garantiert das Bäumchen wieder bringen, wenn er das nächste Mal zum Hopfentrunk ins Jägerstüble kommen wird ;-)
Aber die AH-Herren werden sicher auch ihre Tradition einhalten und marschierten kurz vor dem Tal-Ende noch bei "Jakob" durch die Hintertür in's Haus und durch die Küchentür wieder raus in Richtung Dorf. "Jakob" freute sich jedes Jahr über den kurzen Marsch durch seine Küche!
Und wenn die "Alten Herren" nicht gestorben sind, dann leben sie auch nächstes Drei-König-Fest noch und werden die Wirtin im Holdersbachtal wieder erfreuen!

Da stand er einmal - der Chrischtbaum!

Donnerstag, 3. Januar 2013

Für David

Zu Deinem Geburtstag will ich mich, pünktlich um Mitternacht, mit diesem Video Deiner Lieblings-Band bei Dir bedanken! Gerade in der Gastronomie ist das Familienleben alles andere als einfach. Deshalb bin ich unheimlich froh, dass Du trotzdem, mit jetzt 19 Jahren, immer noch am liebsten "zu Hause" bist. Du bist für mich ein "Fels in der Brandung". Gerade wenn man keinen privaten Freundeskreis hat (Berufsbedingt!) ist so ein Fels unheimlich wichtig.

Danke für Dein Lachen!
Danke, dass Du mich immer wieder zum Lachen bringst!
Danke, dass Du immer zu Deiner eigenen Meinung stehst, egal was die Anderen dazu sagen!
Danke für Deine Hilfe, immer wenn es "brennt"!
Danke für Deine Ehrlichkeit!
Danke, dass Du immer für mich da bist, wenn ich jemanden zum Reden brauche!
Danke, einfach für Alles, an den besten Sohn, den man sich wünschen kann!

Ich wünsche Dir alles Liebe und viel, viel Glück für Deinen weiteren Lebensweg!
Nichts bleibt für immer... aber ich werde immer für Dich da sein!



Handy gut, alles gut?

Jetzt bin ich im Jahr 2013 angekommen, twittere, poste und blogge seit mehr als 3 Jahren, habe mir diesen Sommer eine gute Kamera geleistet, weil gute Fotos von unseren Gerichten in den Sozialen Netzwerken am besten ankommen, und vor kurzem kam noch ein kleines Laptop dazu, um flexibler arbeiten zu können. Aber ein Handy habe ich in meinem Leben noch nie besessen! Wirklich! Am Ruhetag bin ich froh, wenn ich nicht erreichbar bin und die anderen Tage bin ich ja immer im Jägerstüble, und dort gibt es doch tatsächlich Festnetz ;-)
Wie eifrige Jägiblog-Leser wissen, war ich im November in Oberstaufen wandern. Und dort hat mir dann zum ersten Mal ein Handy gefehlt! Wenn man so alleine auf verwunschenen Pfaden unterwegs ist, wäre man doch froh gewesen etwas im Rucksack zu haben, was einem mit der "Außenwelt" verbindet - im Notfall!
O.k. - zuerst muss man natürlich Empfang haben, und ich hatte auch immer im Hotel Bescheid gegeben, wo ich hin marschiere, damit jemand wusste, wo er mich vielleicht suchen muss, falls ich Abends nicht an meinem Platz sein sollte.
Dann war da noch das Treffen mit Kurdirektor und Landhaus Nagelfluh. Da saß ich nun im Straßen-Cafe mitten in Oberstaufen, links und rechst von mir - real -  meine beiden virtuellen Freundinnen, die mich gleich für meine Internet-Tätigkeiten lobten und dann zückten Beide erst mal ihre Smart-Phones und "checkten ein"! Ähm..., nur ich checkte nirgends ein, denn ich besaß kein Handy - und das als erfolgreiche "Social-Media"-Nutzerin, die alle Internet-Tätigkeiten gerne selbst in die Hand nimmt ;-)

Langer Rede, kurzer Sinn! Ich habe mir zu Weihnachten ein Smart-Phone gekauft! Ein kleines süßes GALAXY S III mini! Jetzt bin ich damit beschäftigt mir beizubringen, wie das Ding funktioniert und dann freue mich schon auf das erste Mal "einchecken" ;-)










Dienstag, 1. Januar 2013

Silvester

Den Kurpfälzer Hausgäste, die uns jedes Jahr von Weihnachten bis Neujahr beglücken, geht es an Silvester immer gut: zuerst gibt es eine kleine Vorspeise, Riesengarnele mit Tomatenbruchetta. Dann eine Flädlesuppe, zum Hauptgang ein Rinderfilet an Pfefferrahmsoße mit gegrillter Entenleberscheibe, grünem Spargel und Kartoffelgratin. Zum Dessert unsere beliebten gefüllten Quarkknödel mit Vanillesoße.

Später gab es noch eine selbstgebackene Neujahrs-Brezel mit frischer Bauernbutter, die ein Stammgast spendiert hat.
Unser Stammtisch ist voll mit lieben Nachbarn, von denen einer jedes Jahr an Silvester seinen Geburtstag bei uns feiert. Und der Rest der Gaststube ist immer ausgebucht mit a la carte-Gästen, die vor Mitternacht wieder ins Dorf marschieren.

Um Mitternacht bekommt jeder ein Glas Sekt von uns zum anstoßen und Sohn David hat mit seinen Kumpels, die mit ihm zusammen unterm Dach feiern, ein super-tolles Feuerwerk los gelassen. Danke, David!

Jetzt ist halb drei am Neujahrs-Morgen, schnell aufräumen und Frühstück eindecken, Zimmer-Rechnungen schreiben, denn morgen reisen die Kurpfälzer ab, und dann ist Feierabend!
Der Neujahrs-Tag ist immer nochmal Großkampftag, aber dann am Mittwoch RUHETAG - endlich!

Ich wünsche allen meinen Blog-Lesern ein gutes Neues Jahr!
Ich würde mich riesig freuen, wenn Ihr mir auch 2013 treu bleibt!